Was ist ein Psychiater?

Psychiater sind Ärzte, die nach dem 6-jährigen Medizinstudium eine mindestens 5-jährige Weiterbildung absolviert haben, die alle Themen der Psychiatrie und Psychotherapie des Erwachsenenalters beinhaltet. Diese Ausbildung endet mit der Facharztprüfung für Psychiatrie und Psychotherapie. Durch seine Weiterbildung verfügt er über das Wissen, die Erfahrung und die Befähigung zur Diagnostik und Behandlung sowie Rehabilitation körperlicher und neurologischer Erkrankungen, psychosomatischer Beschwerden und psychiatrischer Krankheitsbilder im Erwachsenenalter.

Des Weiteren besitzt er spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet der Arzneimittelkunde und der Anwendung und Interpretation psychologischer Testverfahren. Häufig sind Störungen des Gehirnstoffwechsels und Veränderungen der Gehirnsubstanz an der Entstehung beteiligt. Auch aktuelle Erlebnisse, zurückliegende belastende Ereignisse, seelische Konflikte und zwischenmenschliche Spannungen können die Entwicklung einer psychischen Störung fördern.

Die Behandlung wird stets individuell und den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Erwachsenen entsprechend unter ganzheitlichen Gesichtspunkten durchgeführt. Dies entspricht dem aktuell gültigen wissenschaftlichen Standard. Sie umfasst die psychiatrische, neuropsychiatrische und psychotherapeutische Behandlung (tiefen-psychologisch, verhaltenstherapeutisch), aber auch übende Verfahren, Entspannungsverfahren, sozialtherapeutische Maßnahmen, Beratungen der Bezugspersonen und die medikamentöse Behandlung. Die Vorgehensweise orientiert sich an den Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde www.dgppn.de sowie an weiteren international anerkannten Standards.

Im Laufe der Entwicklung des Faches „Psychiatrie“ haben sich in Deutschland neben dem eigenen „Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie“ auch Spezialisierungen wie die Gerontopsychiatrie und -psychotherapie und forensische Psychiatrie herausgebildet.